Offenland

Unter den sogenannten „Offenland-Biotopen“…

Sind hier all die Lebensräume zusammengefasst, die nicht Moore, Gewässer oder Wälder sind. Manche dieser Biotoptypen sind natürlicherweise offen, andere würden ohne regelmäßige menschliche Bewirtschaftung oder Pflege verbuschen und mit Wald zuwachsen. Die Ausstattung mit seltenen Arten kann jedoch ein Grund sein, um auch nicht wirtschaftlich genutzte Offenlandbiotope durch Pflege weiterhin offen zu halten (siehe auch: Maßnahmen).

Großseggenrieder und sonstige Röhrichte…

… umfassen hochwüchsige, meso- bis euthophe, meist dichte Bestände von Großseggen auf ganzjährig feuchten bis sehr nassen, kurzzeitig auch überstauten Standorten sowie wenige Bestände eines euthophen Schilfröhrichts der Land ausbildungsform außerhalb der Moore, Fließgewässerränder und der großen Stau-Teiche. Eingeschlossen sind ältere Auflassungsstadien von Feucht- und Streuwiesen. Der Biotoptyp wird durch Vegetationsmosaik der Carex acutiformis- Gesellschaft, des Caricetum elatae, des Caricetum gracilis und des Caricetum rostratae geprägt.

Der Biotoptyp ist faunisch insbesondere durch hygrophile Offenlandarten, aber auch durch übergreifende Arten benachbarter Erlenbrüche und Feuchtwälder sehr gut charakterisiert. Er weist eine artenreiche Land- und Wassermolluskenfauna auf. Die Weberknechtfauna ist der der Wälder in ihrer Artenzusammensetzung sehr ähnlich, während die Spinnentaxozönose von ausgesprochenen Nässezeigern der Feucht- und Nasswiesen geprägt wird. Auch die Heuschrecken sind mit einer zwar artenarmen, aber charakteristischen Artenkombination der Feuchtwiesen und Arten langhalmiger Grasfluren vertreten. Bei Laufkäfern bestimmt hygrophile Arten der sauren Böden das Bild der Zönosen. Dadurch überwiegen insbesondere jene Arten, die für Moor-, Niedermoor-, Ufersaum-, und Verlandungshabitate typisch sind. Die Artenzusammensetzung der Ameisenfauna ist ebenfalls repräsentativ für Feucht- und Nasswiesen. Die durch Arbeiter belegte Spezies stellen typische Massenarten für Feuchtstandorte dar. Für die Amphibienarten spielt der Biotoptyp nur eine Rolle als Sommerquartier. Dabei bleiben die Vertreter der Grünfrösche dicht bei ihren Laichhabitaten, in unmittelbarer Umgebung der Gewässer. Für die Avifauna schließlich ist die habitatstrukturelle Vielfalt größerer (Teil-) Naturräume entscheidend. Eine Besonderheit der Nierderung des Projektgebietes sind halboffene vermoorte Bereiche am Lauchbach und unterem Sirxbach (Saugrund). Kranich, Bekassine und Waldschnepfe kommen hier als Brutvögel vor. Kiebitz, Schafstelze, Wiesenpieper, Braunkehlchen, Feldschwirl sind ansonsten wertbestimmende Brutvogelarten der Offenlandbereiche der Bachniederung. Nahrungsgäste sind Weißstorch, Schwarzstorch und Kranich. Unter den Säugern sind insbesondere Wald- und Zwergspitzmaus zu nennen.

Der Biotoptyp ist z.T. großflächig in den Niederungen von Lauch- und Sirxbach, am Siedegraben und auf der Roitzscher Wiese sowie im Torfstichgelände des ehemaligen Siedegrabenhangmoores ausgebildet.

Feucht- und Nassgrünland…

… umfasst das feuchtwiesenartenreiche, gering bis mäßig entwässerte Grünland. Die Flächen werden extensiv mit 1-2 Schnitte bewirtschaftet oder liegen brach. Oft sind die Feuchtgrünlandbereiche durch Erlenreihen aufgelockert. Die typische Pflanzengesellschaft ist die Kohldiestel- Wiese (Angelico- Cirsietum). Die meisten relativ intensiv genutzten trockene Subassoziation ist im Projektgebiet noch weit verbreitet. In den Beständen der typischen Subassoziation spielen die Arten der Feuchtwieden sowie der Groß- und Kleinseggenrieder eine wichtige Rolle. Bei der nassen Untergesellschaft schließlich treten die Grünlandarten in den Hintergrund und die Feuchtwiesenarten sowie die Arten der Seggenrieder treten in größerer Artenzahl- und Artenmächtigkeit auf. Besonders letztere Ausbildung liegt meist brach; Übergänge zu Großseggengesellschaften sind häufig. Die Typische und die Nasse Subassoziation treten im Gebiet noch relativ häufig, jedoch meist nur kleinflächig auf. Eingestreut sind auf quelligen Stadorten nicht selten Bestände der Spitzblütenbinsenwiese (Juncetum acutiflori) sowie der Waldsimsenwiese (Scirpetum sylvatici).

Faunisch ist der Biotoptyp bei vielen Tiergruppen durch eine größere Zahl typischer Arten des Feucht- und Nassgrünlandes geprägt. Ähnlichkeiten ergeben sich bei einigen Tiergruppen auch zu Seggenriedern und feuchten Wäldern (z.B. Weberknechte, Laufkäfer, Schmetterlinge).

Mit 26 nachgewiesenen Landmolluskenarten ist das Feucht- und Nassgrünland etwas artenärmer als die Röhrichte und Großseggenrieder, Bemerkenswerte Arten sind Vertigo antivertigo un V. substriata. Weitere typische Arten der Feuchtwiesen sind Vitrea crystallina, Euconulus alderi, Eu. Fulvus, Deroceras sturanyi und D. agreste.

Die Spinnenfauna zeichnet sich durch eine hohe Diversität aus. Allerdings spiegelt sich in den meisten Flächen die landwirtschaftliche Nutzung in einer gestörten Dominanzstruktur wider. Feuchtwiesen bieten einen Schwerpunkt für die Jagdspinne Dolomedes fimbriatus.

Bei der Heuschrecke ergibt sich mit Chrysochraon dispar, Chorthippus montanus, und Ch. Dorsatus ebenfalls eine charakteristische Artenkombination. Weitere relativ eng an diesen Biotoptyp gebundene Arten sind Conocephalus discolor, C. dorsalis und Chrysochraon brachyptera. Omocestus viridulus wurde ausschließlich in Feuchtwiesen gefunden. Erstaunlich war das Vorkommen der eher als xerophil geltenden Gryllus campestris und Omocestus haemorrhoidalis in einigen Feutwiesen mit geringfügigen Reliefunterschieden.

Der Blüten- und Artenreichtum des Grünlandes spielt speziell für die Schmetterlinge eine große Rolle. Die Aculeatenfauna der Feuchtwiesen ist insgesamt arten- und individuenarm, was auf mangelnde Blütenangebote und schlechte Nistmöglichkeiten für die Bodennister durch die zu dichte Bodenvegetation zurückzuführen ist.

Die Wiesen im Projektgebiet spielen für die Amphibien insbesondere eine Rolle als Sommerquartier. Dabei bleiben die Vertreter der Grünfrösche dicht bei ihren Laichhabitaten, in unmittelbarer Umgebung der Gewässer. Bevorzugt werden dabei Feucht- und Nasswiesen. Bemerkenswert sind die zahlreichen Nachweise der Zauneidechse auf Feuchtwiesen, die nicht ihrem bevorzugten Lebensraum entsprechen.

Unter den Brutvögeln sind Kiebitz, Schafstelze, Wiesenpieper, Braunkehlchen, Feldschwingel wertbestimmende Arten der Offenlandbereiche der Bachniederungen. Bedeutende Nahrungsgäste in den Bachniederungen sind Weiß- und Schwarzstorch.

Hochwüchsige Grasflächen und Hochstaudenfluren sind schließlich auch für die Kleinsäugerfauna von großer Bedeutung. In die besonders feuchten bis nassen Bereiche des Grünlandes wandern die Tiere dabei jeweils im Frühjahr nach dem Sinken des Grundwasserstandes wieder ein. Am unempfindlichsten gegen Vernässung ist der Maulwurf.

Der Biotoptyp ist im Projektgebiet in den Niederungen von Sirx-, Lauch- und Mühlbach, an der Winkelmühle, im Hangbereich nördlich des Siedegrabens, südlich vom Forsthaus Wartha, auf der Roitzscher Wiese, auf Löschens Lossenz und in der örtlichen Schwarzbachniederung anzutreffen.

Mesophiles Grünland…

… wird im Projektgebiet allein durch die Glatthaferwiesen representiert. Gegenüber dem Intensivgrünland zeichnet er sich durch größeren floristischen Reichtum und geringe Nutzungsintensität aus. Die Bestände des mesophilen Grünlandes sind noch relativ artenreich, sie können dicht sein, trockenere Ausbildungen sind lückiger. Es erfolgt meist eine mäßig intensive Bewirtschaftung; nicht selten ist die Nutzung aufgegeben worden. Bedingt durch die Kleinflächigkeit der Bestände liegen nur wenige dem Biotoptyp zuordenbare faunistische Daten vor. Beziehung ergeben sich in der Artengrundstruktur zum Biotoptyp Intensivgrünland, der jedoch gegenüber dem Mesophilen Grünland stark verarmt ist. Der Blüten- und Artenreichtum spielt analog dem Feuchtgrünland speziell für einige xylobionte Käfer, Aculeate und die Schmetterlinge eine große Rolle.

Mesophiles Grünland ist im Projektgebiet nicht häufig. Meist nur kleinflächige Bestände findet man auf der Roitzscher Wiese, auf den östlichen Schwarzbachwiesen, an der Winkelmühle und am Torfhaus.

Intensivgrünland…

… umfasst das artenarme, zwei- und mehrschürig gemähte und teilweise auch beweidete, regelmäßig gedüngte und stärker entwässerte Grünland. Teilweise ist es durch Grünlandumbruch und anschließende Neuansaat entstanden. Pflanzensoziologisch kann es überwiegend nur noch als Molinio- Arrhenatheretea- Rumpfgesellschaft aufgefasst werden. Die intensiv genutzten Flächen sind darüber hinaus stark strukturverarmt; nur vereinzelt kommen Gehölze vor.

Faunistisch sind die Bestände des Biotoptyps gegenüber denen des Feucht- und Nassgrünlandes, aus denen sie die Mehrzahl durch Melioration, Intensivierung und Umbruch/ Neuansaat hervorgegangen sind, stark bis extrem arten- und individuenverarmt (z.B. Mollusken, Weberknechte, Aculeate, Laufkäfer, Kleinsäuger) bei einer insgesamt gestörten Dominanzstruktur. Eine oder wenige Arten  dominieren bei gegenüber den anderen Grünlandbiotoptypen deutlich höhere Abundanzen bzw. Aktivitätsdichten, Beispielhaft genannt sein diesbezüglich der Weberknecht Phalangium opilio oder die Netzflügler Chrysopa phyllochroma und Chrysoperia carnea. In der Laufkäfertaxozönose haben euryöke Offenlandarten zugenommen, die häufig Massenvermehrungen zeigen. Zum Teil nehmen auch euryöke Waldarten diese freigewordenen ökologischen Nischen wieder ein. In Abhängigkeit von der Geschichte der Flächennutzung und kleinflächig erhalten gebliebener Reste der ursprünglichen artenreichen Grünlandvegetation treten einzelne Arten hinzu, die noch auf ein gewisses Feuchtwiesenentwicklungspotential hindeuten (z.B. Spinnen, Heuschrecken).

Der Biotoptyp ist im Projektgebiet großflächig entwickelt. Schwerpunktvorkommen befinden sich in der Schwarzbachniederung, im Mühlbachtal sowie im mittleren Sirxbachtal zwischen C-Weg und Presseler Teich.

Pfeifengras-Streuwiesen und kleinflächige Pfeifengrasbestände…

… sind im Projektgebiet nur initial ausgebildet. Hierzu werden die Pfeifengras- Bestände relativ nährstoffarmer, extensiv oder nicht mehr bewirtschaftete Feuchtwiesen und auch die verbreiteten dichten Molinia- Vorkommen auf Grabenaushub entlang der Forstgräben gerechnet. Artenarme Dominanzbestände auf entwässerten Moorstandorten werden zu den Zwischenmoorgesellschaften gestellt. Faunistische Untersuchungen zur Charakterisierung des Biotoptyps liegen nicht vor.

Ruderale Staudenfluren…

… umfassen sowohl relativ nährstoffreiche feuchte Staudenfluten und Brennesselsäume als auch Bestände der Zittergras- Segge, des Landreitgrases und des Adlerfarnes an Wald- und Wegrändern sowie in unbewirtschafteten Randbereichen des Grünlandes. Faunistisch weisen speziell feuchte Staudenfluren große Übereinstimmungen mit dem Biotoptyp Feucht- und Nassgrünland auf. Unter den Aculeaten findet sich eine größere Zahlt Arten, die als Stengelnister vorwiegend in den Säumen und entlang der Waldränder die benötigten Nistgelegenheiten finden. Auch unter den Schmetterlingen gibt es charakteristische Bewohnern von Saumgesellschaften. Zur faunistischen Charakterisierung der verschiedenen Staudenfluren- Typen eignen sich besonders die Heuschrecken.

Sandmagerrasen und Zwergstrauchheiden…

… umfassen die, lückigen Sandpionierfluten, stärker geschlossenen Sandmagerrasen, Heidekrautreiche Zwergstrauchheiden und deren durch aufkommendes Land- Reitgras, Kiefer und Birken gekennzeichnete frühe Sukzessionsstadien. Auf den Truppenübungsplätzen sind diese mosaikartig vernetzt. Darüber hinaus kommen sie entlang der Wegränder, Böschungen und Schneisen vor. Echte Silbergras- Fluren (Spergulo- Corynephoretum canescentis)treten nur sehr vereinzelt im Projektgebiet auf, da offene Sandstandorte sehr, sehr selten sind. Häufig sind Sandmagerrasen- Fragmente und –Initialen, die pflanzensoziologisch durch Armerion-, Thero- Airion- und Corynephoretelia- Arten gekennzeichnet sind. Auf sandigen Waldwegrändern tritt Teesdalia nudicaulis auf. Die Zwergstrauchheiden (Myrtillo- Callunetum) werden durch Heidekraut geprägt, enthalten aber auch Elemente des Armerion elongatae.

Faunistisch wird der Biotoptyp bei nahezu allen untersuchten Tiergruppen durch eine überaus große Zahl charakteristischer Arten geprägt. Ausgewählte Beispiele sollen dies illustrieren. So kommen die Heuschreckenarten Oedipoda caerulescens, Myrmeleotettix maculatus, Chorthippus mollis und Platycleis albopunctata fast ausschließlich auf Dandmagerrasen vor. Chorthippus brunneus, Ch. Biguttulus und Omocestus haemorrhoidalis können als euryöke Arten ebenfalls zu charakteristischen Artengruppen der Sandmagerrasen gerechnet werden. Sphingonotus caerulans kam ausschließlich auf ausgedehnten vegetationsarmen Stellen vor. Ebenso zeigen die Ameisenjungfern Myrmeleon bore, M. formicarius und Chrysopa abbreviata das Vorhandensein vegetationsloser, sandiger Stellen an. Die offenen Sandflächen sind schließlich bevorzugter Lebensraum des Schmetterlings Hipparchia semele. Zusammen mit Wildbienen leben auch Ölkäfer in diesem Lebensraum. Wie bei keinen anderen Biotoptyp lässt sich die fortschreitende Sukzession an Hand der Artengarnitur und des Artenwechsels in einer sehr differenzierten Weise dokumentieren (z.B. Spinnen, Heuschrecken, Neuropteren, Laufkäfer). Neben einer größeren Zahl mehr oder weniger gemeinsamer, verbindender Arten ist jeder der Truppenübungsplätze höchst individuell durch nur auf ihm vorkommende Arten gekennzeichnet. Besonders ausgeprägt ist dies durch Spinnen, Laufkäfern, Aculeaten und Schmetterlingen. Nur für wenige Tiergruppen- Mollusken und Kleinsäuger- stellen die großflächigen Sandmagerrasen ausgesprochen ungeeignete Lebensräume dar. Konzentrationsschwerpunkte dieses Biotoptyps sind die Truppenübungsplätze und Stromschneisen im Norden des Projektgebietes. Kleinflächige Vorkommen finden sich weiterhin an besonnten Wegrändern in den Kiefernforsten (insbesondere in Jungwüchsen), an Straßenrändern, Wegböschungen sowie auf Brandschutzschneisen. Zwergstrauchheiden kommen außerdem auf den Strossen in den Mooren, besonders gut ausgebildet in Zadlitzbruch, vor.

Äcker und Ackerbrachen…

… die das weitgehend bewaldete Kerngebiet umgebenden Ackerflächen sind strukturarm und intensiv genutzt. Einzelne Flächen lagen auch ein bis zwei Jahre brach. Vorherrschende Ackerwildkrautgesellschaften sind die Sandmohnflur (Papaveretum argemones) und die Ackerfrauenmantel- Gesellschaft (Aphano- Matricarietum). Vereinzelt treten noch Florenelemente der Lämmersalat- Flur (Teesdalio- Arnoseridetum) auf.

Bei der Fauna ergeben sich Parallelen zum Biotoptyp Intensivgrünland. Teilweise treten die gleichen Arten auf (z.B. Spinnen, Netzflügler). Ebenso sind Arten- und Individuenarmut kennzeichnend, jedoch erreichen einzelne Arten hohe Abundanzen. Genannt seien diesbezüglich der Weberknecht Phalangium opilio sowie die Netzflügler Chrysopa phyllochroma und Chrysoperla carnea. Die durch die Monokultur in großen Mengen vorhandenen Blattläuse bedingen eine starke Vermehrung der von ihnen lebenden Chrysopiden. Der Laufkäfer Poecilus Cupreus weist als typische stenöke Feldart hohe Abundanzen auf, jedoch können auch die trockenpräferenten Harpalus affinis und Ophonus signaticornis oder der feuchtigkeitspräferente Agonum muelleri hohe Individuen dichten erreichen. Auf durch Melioration ackerfähig gemachten ehemaligen Grünlandstandorten lassen sich noch Restpopulationen typischer Grünlandarten nachweisen. Die Ackerlandschaft des Projektgebietes ist gegenwärtig als Brutgebiet für Vögel von geringer Bedeutung. Flächendeckend ist die Feldlerche verbreitet. Auch die Schafstelze ist im Projektgebiet ein typischer Brutvogel der Agrarlandschaft. Kiebitz, Rebhuhn und Wachtel brüten vereinzelt auf Äckern oder Ackerbrachen. Als wertbestimmende Vogelarten der reich strukturierten Ackerlandschaft kommt der Ortolan nur sporadisch als Brutvogel vor. Bedeutend sind die Ackerbereiche des Projektgebietes dagegen als Äsungsplätze des Kranichs. Gleiches gilt für einige Wildarten wie Reh, Feldhase oder Rotfuchs.

Mit zunehmender Brachedauer wandern einerseits Arten aus benachbarten Biotopen ein, während andere dafür verschwinden. Im Falle der Weberknechte gesellt sich in den Ackerbrachen zu Phalangium opilio und Opilio saxatilis die Art Lacinius horridus hinzu, während Nelima semproni und Mitostoma chrysomelas ausfallen. Bei den Heuschrecken kommt es zur Einweisung und Zunahme praticol- graminicoler Arten (Chorthippus albomarginatus et parallelus, Metrioptera roeselli, z.T. auch Chorthippus apricarius). Bei entsprechendem Blütenreichtum werden Ackerbrachen von Aculeaten und Schmetterlingen zur Nahrungsaufnahme aufgesucht. Wenn die Flächen zusätzlich entsprechend nährstoffarm sind und nur eine geringe Bodendeckung ausweisen, fanden sich auch endogäische Aculeate zum Nisten ein.

Von der ackerwirtschaftlich geprägten Randzone des Projektgebietes ragen nur wenige Ackerflächen in das Kerngebiet hinein. Mehrere schneisenartige Wildäcker befinden sich nördlich des Wildenhainer Bruches.