Vegetationstypen

Vegetationstypen im Projektgebiet

Von der großen Vielfalt verschiedener Pflanzengesellschaften im Projektgebiet werden folgende besonders interessante vorgestellt:

Wälder

Erlenbruchwälder (Carici elongatae- Alnetum, Sphagno- Alnetum)

Sind von Erlen und Großseggen dominierte Wälder auf solchen Standorten, die im Winter und Frühjahr meist vom Grundwasser überstaut sind. Sie sind vor allem in Niedermooren in den Bachauen und in Randlagen der großen Moore zu finden. Erlenbruchwälder sind vor allem durch Grundwasserabsenkung bedroht. Im Presseler Heidewald- und Moorgebiet sind die großflächigsten Erlenbrüche von Nordwestsachsen zu finden. Besonders bemerkenswert ist ein Wasserfeder- Erlenbruch (Hottonio- Alnetum), in dem die Erlen ganzjährig im Wasser stehen.

Der Moor- Kiefernwald (Vaccinio uliginosi- Pinetum)

Ist eine seltene Waldgesellschaft auf nassen, Sauren und nährstoffarmen Standorten; er ist daher nur noch kleinflächig im Zadlitzbruch zu finden. Hier leben Wollgräser (Eriophorum angustifolium und vaginatum), die Besenheide (Calluna vulgaris) und die Krannbeere (Vaccinium macrocarpon).

Zurzeit sind in weiten Teilen des Projektgebietes noch

Kiefernforste

verschiedener Ausprägungen zu finden. Teilweise ist ihre forstliche Bewirtschaftung stark durch das Landreitgras (Calamagrostis epigejos) erschwert. Durch Voranbau von Buchen werden viele Kiefernforste in den nächsten Jahren bis Jahrzenten in

Buchenwälder (v.a. Hainsimsen- Buchenwald, Luzulo- Fagetum)

umgewandelt werden. Diese Wälder entsprechen in weiten Bereichen des Projektgebietes den standörtlichsten Verhältnissen am besten.

Die Gewässer

im Projektgebiet beherbergen interessante, teilweise seltene Wasserpflanzengesellschaften: die

Gesellschaft des Alpenlaichkrautes (Potamogetonetum alpinus)

Ist nur in unbelasteten Fließgewässern, teilweise auch in kleinen Teichen zu finden. Diese Pflanzengesellschaft ist besonders stark von Gewässerverschmutzung bedroht. Die kennzeichnende Art ist das Alpen- Laichkraut (Potamogetonetum alpinus).

In den durch die Austorfung entstandenen Schlenken in den Mooren des Presseler Heidewald- und Moorgebietes ist die

Moorschlenkengesellschaft des kleinen Wasserschlaues (Sphagno- Iuncetum bulbosi)

Mit Wasserschlauch- Arten (Utricularia australis und minor) und dem Zwerg- Igelkolben (Sparganium natans) zu finden. Die

Zwiebelbinsen- Gesellschaft (Sphagno- Iuncetum bulbosi)

ist kennzeichnend für schwach bis mäßig saure nährstoffarme Gewässer.

Röhrichte und Rieder

 Neben Schilfröhrichte sind im Presseler heidewald- und Moorgebiet besonders die verschiedenen Arten von Großseggenriedern Niedermoorstandorten bemerkenswert: Das

Rispenseggen- Ried (Caricetum paniculatae)

fällt durch die mächtigen Bulte der namensgebenden Segge (Carex paniculatae) besonders in Auge. Auf offenen, quelligen Standorten leitet diese Pflanzengesellschaft oft eine natürliche Sukzession in Richtung Erlenbruchwald ein. Das

Steifseggen- Ried (Caricetum elatae)

kommt in sehr reicher Ausprägung mit Arten wie Steifsegge (Carex elata), Sumpfhaarstrang (Peucedanum palustre), Wassernabel (Hydrocotyle vulgaris) und Fieberklee (Menyanthes trifoliata) vor.

Eine gefährdete Pflanzengesellschaft ist das Schnabelseggen- Ried (Caricetum rostratae)

auf Niedermoorstandorten im Presseler Heidewald und Moorgebiet. Noch in ganzen zwei Mooren (beide in der Dübener Heide) in Sachsen ist das

Schneiden- Ried (Cladietum marisci)

zu finden. Eine dieser Flächen liegt im Wildenhainer Bruch. In der Literatur ist umstritten, ob es sich hierbei um eine Verlandungsgesellschaft kalkhaltiger Gewässer handelt. Diese Rieder ist besonders stark durch Grundwasserabsenkung bedroht. Wenn gleichzeitig eine Verbuschung austrocknender Moore einsetzt, wir die Schneide (Cladium mariscus) zusätzlich durch Beschattung verdrängt.

Moore

 In den Mooren des Projektgebietes (Zadlitz-, Lauch- und Wildenhainer Bruch, Saugrund) Moorgesellschaften sind auf ehemaligen Torfstichen heute ganz spezielle Pflanzengesellschaften zu finden. In den Mooren prägt besonders die verbreitete

Wollgrasgesellschaft (Eriophorum angustifolium- Gesellschaft)

sofort sichtbar das Erscheinungsbild. Zwei Sonnentau- Arten (Drosera rotundifolia und intermedia) und verschiedene Torfmoose (Sphagnum cuspidatum, fallax und fimbriatum) kennzeichnen diese Pflanzengesellschaft. Die

Fadenseggen- Moore (Caricetum lasiocarpae)

ist eine hochgradige gefährdete Pflanzengesellschaft der Nieder- und Zwischenmoore, die in der Presseler Heidewald- und Moorgebiet noch in relativ großflächigen Beständen vorkommt.

Trockenflächen

Sandmagerrasen und Zwergstrauchheiden kommen im Presseler Heidewald- und Moorgebiet nicht natürlicherweise vor. Bedingt durch spezielle Flächennutzungen haben sich allerdings dennoch einige wertvolle Bestände entwickelt. Derartige Pflanzengesellschaften sind kleinflächig an Straßen- und Wegrändern sowie großflächig auf ehemaligen militärischen Übungsflächen zu finden.

Sandmagerrasen (Silbergrasflur- Spergulo- Cornynephoretum, Grasnelkenflur- Diantho- Armerietum)

sind auf sehr nährstoffarmen Sandflächen ausgebildet. Sie entstanden durch menschliche Nutzung( z.B. permanenten Fahrbetrieb auf den ehemaligen Übungsplätzen) und sind heute nur durch Biotoppflege zu erhalten. Sandmagerrasen sind in der Presseler Heide meist mosaikartig durchsetzt mit

Zwergstrauchheiden (Vaccinio- Callunetum)

die im Spätsommer den optisch gefälligen Blühaspekt zeigen. Auch diese Heiden bedürfen einer permanenten Pflege, da sie von Verdrängung durch Landreitgras (Calamagrostis epigejos) und durch Bäume (Birke, Kiefer, Robinie) bedroht sind.

Grünländer

 Unter den Grünlandgesellschaften, die im Presseler Heidewald- und Moorgebiet vor allem an den Bachauen vorkommen, sind besonders die Feucht- und Nassgrünländer durch Nutzungsaufgabe und Melioration bedroht. Die

Kohldiestel- Wiese (Angelico- Cirsietum olearacei)

ist eine sehr nährstoffreiche, nasse Wiese. Sie sticht durch einen bunten Blütenaspekt ins Auge (Kuckuck- Lichtnelke- Lychnis flos- cuculi, Wiesenschaumkraut- Cardamine oratensis, Sumpfhornklee- Lotus uliginosus, Sumpfdotterblume- Caltha palustris, Schwertlilie- Iris pseudacorus). Insbesondere die Diestel- Arten (Kohl-Diestel- Cirsium oleraceum, und Sumpf-D. – C. palustre) sowie das Mädesüß (Filipendula ulmaria) führen zu einem großen Reichtum an Schmetterlingen auf diesen Wiesen.

Der Aspekt der Gesellschaft der Spitzblütigen Binsen (Juncetum acutiflorae)

wird von der dunkelgrünen, glänzenden Halmen der namensgebenden Art (Juncetum acutiflorus) bestimmt. Auch diese Wiesen sind sehr nährstoffreich und nass bzw. sumpfig. Eine Bewirtschaftung von Nasswiesen ist heute praktisch nur noch in Rahmen der Biotoppflege möglich.

Glatthafer- Wiesen (Arrhenateretum elatioris)

gelten als sogenannte „Frischwiesen“ , die also deutlich weniger feucht sind. Sie sind dennoch selten geworden, da die meisten dieser Wiesen entweder durch Intensivierung der Landwirtschaft oder aber durch Brachfallen verloren gegangen sind. Vor allem durch vertragliche Vereinbarungen mit Landwirten (Vertragsnaturschutz) können Glatthaferwiesen sukzessive wieder hergestellt werden.