Wöllnauer Senke Zentrum

Gefördert durch:

Förderung- Revitalisierung
der Wöllnauer Senke Zentrum

Vorhaben für die Förderung von Maßnahmen zur Sicherung der natürlichen biologischen Vielfalt und des natürlichen ländlichen Erbes im Freistaat Sachsen

Zweckverband Presseler Heidewald- und Moorgebiet

Übersicht Wöllnauer Senke
Der Gesamtkomplex der Wöllnauer Senke ist das ursprüngliche Mündungsgebiet des Mühlbaches in den Schwarzbach. Hier ist eine Kombination aus Überflutungsmooren, grundwassergespeisten Niedermooren und Sachsens größtem Quellmoorkomplex am Nordrand der Senke vorzufinden, welche für die landwirtschaftliche Nutzung jahrzehntelang entwässert wurden. In seinem hydrologischen Zusammenwirken ist dieses Gesamtareal als Einheit zu betrachten. Aufgrund der Eigentumsverhältnisse und diverser Nutzungsansprüche wurden die Revitalisierungsplanungen abschnittsweise durchgeführt:
• Wöllnauer Senke Südteil
• Presseler Quellmoorkomplex
• Pahlbrückenwiese
• Wöllnauer Senke Zentrum.
Zu den Teilgebieten folgen Kurzbeschreibungen der jeweiligen Gebietscharakteristika sowie eine Kurzbeschreibung der Maßnahmen zur Revitalisierung der Gebiete. Bereits umgesetzt sind die Maßnahmen in der Wöllnauer Senke Süd, dem Presseler Quellmoorkomplex und der Pahlbrückenwiese. Die Genehmigung für die Ausführungsplanung „Wöllnauer Senke Zentrum“ wurde vom Landratsamt Nordsachsen im Juni 2019 erteilt.

Wöllnauer Senke Zentrum – Kurzbeschreibung
Das Plangebiet der Wöllnauer Senke Zentrum ist 65,3 ha groß und grenzt südlich an den bereits revitalisierten Presseler Quellmoorkomplex an. Die Fläche liegt zwischen dem im Norden angrenzenden Siedegraben und dem südlich begrenzenden Schwarzbach bzw. Mühlbach. Der Verbindungsgraben, der zentral von Nord nach Süd durch die Wöllnauer Senke gebaut wurde, durchfließt das Plangebiet und verbindet den Siedegraben mit dem Schwarzbach.
Die Wöllnauer Senke soll als grundwassernahe Niedermoorfläche und temporäre Überflutungsfläche wiederhergestellt werden. Daher ist es das Ziel, durch eine geeignete Kombination an Maßnahmen im Plangebiet möglichst ganzjährig im verbliebenen Torfkörper oberflächennahe Torfwasserstände einzustellen. Übergeordnetes Ziel ist, die Wöllnauer Senke als Klimaschutzzone für den Wildenhainer Bruch zu aktivieren und die Treibhausgasemission der stark degradierten Niedermoorböden als Folge der Torfmineralisierung durch geringe Grundwasserflurabstände zu reduzieren.
Zu Umsetzung dieser Ziele ist eine Kombination unterschiedlicher Maßnahmen geplant:
– Drainagesuche und ggf. -entnahme
– Sohlanhebungen (Mühlbach, Siedegraben, Verbindungsgraben)
– oberflächiger Wasserrückhalt auf den Niedermoorflächen bei feuchten und extrem feuchten Witterungsabschnitten – Speisung des südlichen Bereichs aus dem Mühlbach
– Mündung des Mühlbaches in den Schwarzbach
– Kammerung des Verbindungsgrabens
Maßnahme-Karte:

Bilder aus dem Plangebiet:

Wöllnauer Senke im Winter

 

 

 

 

 

 

Umsetzung der Revitalisierung Wöllnauer Senke Zentrum im Jahr 2020

Im Frühjahr 2020 wurden in der Wöllnauer Senke Zentrum insgesamt 6 neue Grundwassermessstellen gebaut. Drei davon sind mit registrierenden Datensonden ausgestattet. An den drei Messstellen ohne Datensonden werden mindestens halbjährliche Stichtagsmessungen angestrebt.

Zwei der sechs Grundwassermessstellen befinden sich innerhalb des Plangebietes. Anhand dieser Messstellen kann der veränderte Wasserstand nach erfolgreicher Maßnahmenumsetzung im Gebiet dokumentiert werden. Die vier weiteren Messstellen sind außerhalb des Plangebietes installiert worden: je eine östlich und westlich sowie zwei Messstellen südlich des Plangebietes. Diese Messstellen dienen der Beweissicherung, da auf diesen Flächen keine Vernässung angestrebt wird.

Im Frühjahr 2020 waren alle Flächen aufgrund vorangegangener Niederschläge stark durchnässt und aufgeweicht. Um eine Bodenverwundung zu vermeiden und zu verhindern, dass sich das 16 Tonnen schwere Bohrfahrzeug festfährt, wurde der Bau eines Teiles der Grundwassermessstellen mit einem kleineren Raupenfahrzeug durchgeführt. Dennoch sind Einsatz-PKW zweimal festgefahren worden.

Kleines Bohrfahrzeug im Einsatz
Fertiger Messpegel

 

 

 

 

 

 

Bergung eines Einsatz-PKW
2021 – Endlich Umsetzung der praktischen Maßnahmen

Nach einem vorgeschriebenen Ausschreibungsverfahren wurde durch den Zweckverband eine geeignete Firma für die praktische Umsetzung der Revitalisierung ausgewählt.  Es ist die Firma Joh. Wacht GmbH & Co. KG aus Falkenberg/Elster. Bei schönem Wetter begannen die Arbeiten Ende Juli mit der Drainage-Suche und deren teilweisen Funktionsunterbrechung. Damit soll der Grundwasserkörper in den torfhaltigen oberen Schichten der Grünlandflächen wieder angehoben werden. In den letzten beiden trockenen Jahren hat sich gezeigt, dass es zu großer Austrocknung der Wiesen kam.

Schwierigkeiten gab es beim Beginn des Aushubes des neuen Bachbettes für den Mühlbach.  Der Flächenbewirtschafter hatte auf den Ackerflächen eine einjährige Stilllegung vereinbart, da diese Flächen für dieses Jahr durch den Bau des Bachbettes nicht mehr nutzbar waren. Durch den reichlichen Niederschlag im Frühjahr wuchs gerade auf dieser Fläche eine bis zu 1,50 m hohe Distelvegetation heran. Ein Eldorado für unsere einheimischen Singvögel, wie Distelfink, Girlitz, Goldammer, Grünfink usw.. Aber für die eingesetzte Baggertechnik ein großes Sichtproblem bei der Erkennung der vorher festgelegten Messpunkte für den Bachverlauf.  Also musste vorher ein breiter Streifen des Aufwuchses gehäckselt werden.  Durch den eingesetzten Baggerfahrer der Firma Wacht GmbH wurde der neue Bachverlauf sehr professionell mäandrierend angelegt.  Jetzt fehlt nur noch die Anbindung aus dem ehemals verlegten Mühlbach hinter der Winkelmühle und die Einbindung in den Schwarzbach vor Wöllnau.

Häckseln des Bachbett-Streifens

 

 

 

 

 

 

 

Aufsuchen der Drainage
Aushub Bachbett

 

 

 

 

 

 

 

 

Schon gefüllt mit Grundwasser
Kolk im Bachlauf